Proben- und Prüfmittelmanagement im Rahmen eines akkreditierten Prüflabors

Fraunhofer-Allianz Vision

Das Prüflabor des Prüf- und Applikationszentrums des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken ist nach der Norm DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditiert, in der allgemeine Anforderungen an die Kompetenz von Prüf- und Kalibrierlaboratorien geregelt werden. Die Akkreditierung des Prüflabors am Fraunhofer IZFP umfasst nicht nur die Erlaubnis, mit Standard-ZfP-Methoden zu prüfen, sondern es dürfen auch neue, selbst entwickelte Prüfmethoden verwendet und bestehende Methoden verbessert werden.

Bei der Durchführung zerstörungsfreier Prüfungen im akkreditierten Bereich müssen alle Abläufe und Zuständigkeiten genau festgelegt und dokumentiert werden. Das Fraunhofer IZFP hat daher zusammen mit der Firma SCIIL AG in Koblenz ein System zur Erfassung von Proben und Prüfmitteln (SEPP-System) entwickelt, mit dem die einzelnen Schritte einer zerstörungsfreien Prüfung wie Beschaffung, Aufnahme, Kennzeichnung, Überwachung, Ausleihe und Rückgabe von Prüfmitteln lückenlos dokumentiert werden können.

Der Einsatz des Prüfmittelmanagementsystems, bestehend aus einer Datenbank mit einem hohen Vernetzungsgrad unter Verwendung der RFID-Technologie sowie die Nutzung peripherer Geräte (sogenannte IKÖNs), ermöglicht es, die Prüfmittel zu kennzeichnen und jederzeit eine Statusabfrage durchzuführen. Ebenso können die Ausleihe und Rückgabe der Prüfmittel durchgeführt und die vereinbarten Rückgabetermine überwacht werden. Dadurch ist sichergestellt, dass nur funktionsfähige und überwachte Prüfmittel eingesetzt werden. Gleichzeitig sind Maßnahmen festgelegt, die nach dem Erkennen von Funktions- bzw. Eigenschaftsänderungen der Prüfmittel zu ergreifen sind.

Es werden Geräteverantwortliche benannt, denen bestimmte Prüfmittelgruppen (zum Teil verfahrensabhängig) zugeordnet sind, und die dafür verantwortlich sind, dass die o.g. Aufgaben zuverlässig und im Sinne der Forderungen der Qualitätssicherung erfüllt werden.

Parallel zum Prüfmittelmanagement werden auch die zu untersuchenden Proben in gleicher Weise erfasst und mit RFID-Chips anonym gekennzeichnet. Durch die Vernetzung der Bereiche Prüfmittel und Proben innerhalb des SEPP-Systems und noch zusätzlich mit einer Datenbank, in der die Akquisitions- und Projektvorgänge verwaltet werden, wird eine lückenlose Dokumentation aller relevanten Vorgänge sichergestellt.

Es findet also vom ersten Kundenkontakt bis zum abschließenden Prüfbericht eine ununterbrochene Nachweisführung statt, indem dokumentiert wird, wann welcher Prüfauftrag eines bestimmten Auftraggebers von welchem Prüfer unter Einsatz welcher Prüfmittel erfüllt wurde. Dabei wird sichergestellt, dass nur Prüfer mit gültiger Qualifizierung und nur Prüfmittel, die sich nicht außerhalb ihres Kalibrierungsintervalls befinden, eingesetzt werden.

Durch Einsatz des SEPP-Systems in der beschriebenen Form werden die Forderungen der DIN EN ISO/IEC 17025 in vollem Umfang erfüllt.

Bildquelle

  • Fraunhofer IZFP

Aktualisierungsdatum

27.03.2012

Anlass

Fraunhofer Vision auf der Control 2012