UItraschall-Tomographie zur Prüfung moderner Leichtbauwerkstoffe

Fraunhofer-Allianz Vision

Die zerstörungsfreie Prüfung mit Ultraschall ist ein etabliertes Prüfverfahren in der Qualitätsprüfung. Werkstücke mit einer ausgeprägten Materialstruktur wie moderne Hightech-Materialien sind einer Ultraschall-Prüfung allerdings nur schwer zugänglich, da die Strukturen die Richtungsabhängigkeit der akustischen Eigenschaften beeinflussen können. Dieses Problem wird durch das vom Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren IZFP Saarbrücken entwickelte Mehrkanalkonzept gelöst.

Das Mehrkanalkonzept wird als »getakteter Gruppenstrahler« (»Sampling Phased Array«) bezeichnet, weil ein oder mehrere Gruppenstrahlerelemente nacheinander angeregt (»durchgetaktet«) werden, wobei ein oder mehrere Gruppenstrahlerelemente die Ultraschallechosignale aufnehmen. Aus diesen Informationen können die Ultraschallsignale für beliebige Einschallwinkel und Fokustiefen bzw. vollständige Sektorbilder mittels spezieller Rekonstruktionsalgorithmen berechnet werden. Mit diesem neuen »getakteten« Prinzip ist eine tomographische zwei- und dreidimensionalen Bildgebung auch bei hoher Prüfgeschwindigkeit möglich. Es bietet eine wesentlich höhere Nachweisgarantie von Fehlstellen und eine quantitative Auswertung der Ultraschallprüfergebnisse.

Neue Leichtbauwerkstoffe wie akustisch anisotrope Faserverbundwerkstoffe (CFK-Kompositwerkstoffe) können geprüft und damit auch für sicherheitstechnisch relevante Zwecke eingesetzt werden – und dies mit einer einfachen kostengünstigen Elektronik, bei der die integrierten Rechnerstrukturen der Signalverarbeitung die Bildgebung bewirken.

Beispiel: CFK-Kompositwerkstoffe

Die CFK-Kompositwerkstoffe finden aufgrund ihrer außerordentlichen mechanischen Eigenschaften immer weitere Verbreitung als primäre Strukturkomponenten in der Luftfahrt sowie in anderen Industriebranchen. Die zerstörungsfreie Prüfung dieser Materialien spielt daher eine wichtige Rolle bei der Qualitätssicherung von Komponenten und Bauteilen, sowohl in der Produktion als auch im Betrieb. Von besonderer Bedeutung sind die bildgebenden Prüfverfahren, bei denen die Prüfergebnisse einer schnellen automatischen Auswertung unterzogen werden können.

Bildquelle

  • Fraunhofer IZFP

Aktualisierungsdatum

27.03.2012

Anlass

Fraunhofer Vision auf der Control 2012