Pressemitteilung: Verformungsanalyse von komplex geformten Bauteilen sowie Pendeldämpfungsprüfung für Beschichtungsstoffe

Das Institut für Informations- und Kommunikationstechnologien DIGITAL der Joanneum Research Forschungsgesellschaft mbH aus Graz zeigt zwei unterschiedliche Exponate. Zum einen wird ein neuer Ansatz für die KI (Künstliche Intelligenz) -basierte Erkennung von Oberflächendeformationen gezeigt. Dank der KI-basierten Analyse von Reflexionsmustern auf glänzenden Oberflächen können auch komplex geformte Objekte auf Deformationen hin untersucht werden, ohne eine hochpräzise Referenzlage des Objektes vorauszusetzen. Dies vereinfacht z. B. den Einsatz mit Robotersystemen und kollaborierenden Robotern. Zum anderen zeigt das Institut ein neues Härteprüfsystem, das für die Messung der Oberflächenhärte das Prinzip der Pendeldämpfungsprüfung nach EN ISO 1522:2006 anwendet. Durch die genaue Messung der Dämpfung eines Pendels können Rückschlüsse auf die Härte der getesteten beschichteten oder lackierten Oberfläche gezogen werden.

KI-basierte Erkennung von Oberflächendefekten

Messbeispiel einer Oberflächenverformung.
© Joanneum Research Forschungsgesellschaft mbH

Messbeispiel einer Oberflächenverformung.

Zahlreiche auf Deflektometrie basierende Systeme setzen eine genaue Kenntnis der Objektlage voraus, um einen Soll-Ist Vergleich mit einem Referenzobjekt durchzuführen. Dank der KI-basierten Analyse von Reflexionsmustern auf glänzenden Oberflächen können komplex geformte Objekte auch dann auf Deformationen hin untersucht werden, wenn die Referenzlage nicht präzise bekannt ist. Der Einsatz von KI-basierter Musterauswertung ermöglicht somit eine größere Toleranz in der Positionierung, was den Einsatz beispielsweise mit günstigen Robotersystemen und kollaborierenden Robotern vereinfacht. Am Messestand wird ein Beispiel-Aufbau vorgestellt und die Ergebnisse der Deformationsmessung exemplarisch präsentiert.

Pendeldämpfungsprüfung für Beschichtungsstoffe

Prüfsystem für die Messung der Oberflächenhärte nach EN ISO 1522:2006.
© Joanneum Research Forschungsgesellschaft mbH

Prüfsystem für die Messung der Oberflächenhärte nach EN ISO 1522:2006.

Bei herkömmlichen Pendeldämpfungsverfahren wird die Dämpfung der Pendelschwingung meistens dadurch bestimmt, dass die Zeitspanne der Schwingung von einer genormten Ausgangsauslenkung bis zur Erreichung einer ebenfalls genormten Pendelauslenkung gemessen wird. Mit dem ausgestellten System kann die Dämpfung mithilfe einer kontinuierlichen Aufzeichnung und Auswertung des gesamten Schwingvorgangs laut Herstellerangaben genauer und mit einer höheren Wiederholbarkeit berechnet und ausgegeben werden.

Das Härteprüfsystem wendet für die Messung der Oberflächenhärte das Prinzip der Pendeldämpfungsprüfung nach EN ISO 1522:2006 an. Durch die genaue Messung der Dämpfung eines Pendels können Rückschlüsse auf die Härte von beschichteten oder lackierten Oberflächen gezogen werden. Mit dem Gerät sind Messungen mit den beiden in der Norm beschriebenen Pendeln nach König und Persoz möglich. Dabei können verschiedene Störeinflüsse eliminiert werden, die sonst ein genaues und wiederholbares Messergebnis verhindern. Durch die kontinuierliche Aufzeichnung und Auswertung des gesamten Schwingvorganges wird die Dämpfung außerdem genauer bestimmbar.

Dank des stabilen Aufbaus, der Art der automatisierten Messdurchführung sowie der innovativen Auswertealgorithmen arbeitet das System sehr genau und bietet eine sehr hohe Wiederholbarkeit.

Anwendungsbereiche finden sich für beide Systeme z. B. in der Automobil- und Zulieferindustrie, in der Lackier- und Beschichtungstechnik oder in der Metall- und Kunststoffverarbeitung.