Defekterkennung in semi-transparenten Bauteilen und Faserverbund-Werkstoffen mit optischer Kohärenztomographie OCT

Das Fraunhofer IPT zeigt ein Messsystem zur Charakterisierung von dünnschichtigen, semitransparenten Bauteilen und Faserverbund-Werkstoffen. Das System arbeitet nach dem Prinzip der optischen Kohärenztomographie (OCT) und ermöglicht die berührungslose und zerstörungsfreie Prüfung von Objekten mit einer Auflösung im Mikrometerbereich. Durch den Einsatz nahinfraroter Spektren lassen sich dabei Eindringtiefen bis zu 2,5 mm erzielen.

Durch die zerstörungsfreie, nicht-invasive Messung und hohe Auflösung der tomographischen Bildgebung ist die OCT-Technologie besonders für die Charakterisierung von semitransparenten Schichtstrukturen geeignet. Sie bietet einerseits einen Ersatz für bisher eingesetzte zerstörende und häufig sehr zeitaufwändige Messverfahren. Andererseits stoßen auch nicht-invasive Verfahren wie die Sonographie oder die Magnetresonanztomographie (MRT), die vor allem im medizinischen Bereich eingesetzt werden, bei feinen Strukturen an die Grenzen ihrer Auflösungsfähigkeit, so dass mit ihnen dünne Schichtstrukturen und Details im Mikrometerbereich nicht dargestellt werden können.

Das OCT-System basiert auf einem faseroptischen Aufbau und gestattet damit einen flexiblen Einsatz auch in chemisch aggressiven Umgebungen, da die Messsonde unabhängig von der Analyseeinheit frei im Raum bewegt werden kann.

Die möglichen Anwendungsgebiete des OCT-Systems liegen besonders in den Bereichen Druckindustrie, Folien- und Filmindustrie, Präzisionswalzen, Optikindustrie, Medizintechnik und Biotechnologie. Daneben ist auch die Prüfung moderner Hightech-Materialien wie z.B. Faserverbundwerkstoffe möglich.

Vollautomatisches OCT-Messsystem zur Defekterkennung in transparenten Materialien
© Fraunhofer IPT

Vollautomatisches OCT-Messsystem zur Defekterkennung in transparenten Materialien