Schnelle Inspektion ferromagnetischer Werkstoffe mit magnetischem Streufluss

Sie sind mit dem bloßen Auge fast nicht sichtbar, trotzdem können winzige Risse oder Fehler insbesondere in sicherheitskritischen Bereichen fatale Folgen haben. Diese Fehler können mithilfe der magnetischen Streuflussprüfung zerstörungsfrei visualisiert werden.

Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Zerstörungsfreie Prüfverfahren IZFP in Saarbrücken haben das mobile, kabellose Handprüfgerät FLUXI auf Basis der magnetischen Streuflussprüfung entwickelt. Das Verfahren beruht auf dem physikalischen Effekt, welcher auch bei der Magnetpulverprüfung ausgenutzt wird, die z. B. in der stahlverarbeitenden Industrie verbreitet und standardisiert ist: An scharfkantigen Unterbrechungen der Oberfläche eines Bauteils bilden sich bei Anlegen eines externen Magnetfelds zusätzliche magnetische Dipole, die ein oberflächennahes, magnetisches Streufeld hervorrufen. Diese Streufelder können mit entsprechenden Magnetfeldsensoren messtechnisch erfasst und weiterverarbeitet werden.

Ein Vorteil besteht im hohen Miniaturisierungspotenzial der Gerätetechnik. Schwer zugängliche Bauteilbereiche können somit schnell und unkompliziert der magnetischen Streuflussprüfung unterzogen werden. Mit FLUXI können Bauteile schnell abgescannt und mögliche Oberflächenfehler bildgebend dargestellt werden.

Platine und die Sensorzeile des Prüfgerätes.
© Fraunhofer IZFP

Platine und die Sensorzeile des Prüfgerätes.

Bei dem Protoyp des mobilen Handgeräts ist der Sensor über eine Bluetooth-Schnittstelle mit einem Laptop verbunden und wird über ein kleines Bauteil mit rissartigen Fehlern bewegt. Die Ergebnisse werden quasi in Echtzeit auf dem Laptop als Grauwerte in Form eines Bilds dargestellt.