Im Rahmen von Null-Fehler-Konzepten wird eine 100-Prozent-Inspektion in der Produktion angestrebt. Oft lässt eine visuelle Oberflächenprüfung jedoch keine ausreichenden Rückschlüsse auf die Qualität eines Werkstücks zu. Die industrielle Röntgentechnik hat sich daher zu einem zentralen Werkzeug der zerstörungsfreien Prüfung und fertigungsintegrierten Qualitätssicherung entwickelt. Moderne digital‑radiographische und CT‑basierte Verfahren erfassen komplexe Strukturen und Geometrien im Inneren von Bauteilen schnell, hochauflösend und materialselektiv. Der Einsatz reicht von Gussteilen über Leiterplatten und Batteriezellen bis hin zu additiv gefertigten Komponenten und Verbundwerkstoffen. KI‑gestützte Auswerteverfahren beschleunigen die automatische Fehlererkennung und unterstützen die Interpretation großer Datenmengen in Echtzeit.
Seminarinhalt und Zielsetzung
Tag 1 vermittelt Grundlagen, Methoden und Systemtechnik: Bildgebung mit Röntgen, Verfahren (Radioskopie, CT, Laminographie), Röntgenquellen, Kameratechnik sowie Software zur Analyse und Visualisierung. Zudem werden zahlreiche industrielle Anwendungen mit Umsetzungsbeispielen vorgestellt. Tag 2 fokussiert weitere Einsatzmöglichkeiten wie die vollautomatische Inline-CT von Gussteilen oder Messen mit CT in der optischen Industrie. Der anschließende praktische Seminarteil, den die Teilnehmenden in Kleingruppen durchlaufen, umfasst Demonstrationen und Tests an verschiedenen Röntgensystemen.
Ziel des Seminars ist es, objektiv sowohl die Möglichkeiten als auch die heutigen Grenzen industrieller Röntgentechnik aufzuzeigen und eine realistische Einschätzung zur Lösung eigener Mess‑ und Prüfaufgaben zu vermitteln.
Für wen ist das Seminar gedacht?
Qualitätsverantwortliche, NDT‑Beauftragte, Produktions‑ und Fertigungsleitende, Entwicklungs‑ und Prüfingenieurinnen und -ingenieure, CT-/Röntgen‑Anwenderinnen und -Anwender sowie Integratoren aus Branchen wie Automotive, Luft‑ und Raumfahrt, Elektronik, Maschinen‑ und Anlagenbau, Medizintechnik oder Energie.