Industrielle Röntgentechnik

Das Wichtigste in Kürze: Industrielle Röntgentechnik macht Strukturen im Materialinneren sichtbar, die von außen nicht erkennbar sind, und deckt dabei ein breites Größenspektrum ab – von wenigen hundert Nanometern kleinen Strukturen bis zu ganzen Fahrzeugen oder Schiffscontainern. Fraunhofer Vision ist dabei die erste Anlaufstelle für die Vermittlung von Systemlösungen und Weiterbildung.

 

Was ist industrielle Röntgentechnik?

Die industrielle Röntgentechnik ist eine zerstörungsfreie Prüfmethode, die es ermöglicht, im Materialinneren verborgene Strukturen beliebig komplexer Objekte aus zahlreichen Werkstoffen mit hoher qualitativer wie quantitativer Genauigkeit zu erfassen und zu charakterisieren. Mittlerweile ist die Röntgenprüfung inline-fähig, sodass Röntgeninspektionssysteme auch im Produktionstakt eingesetzt werden können.

 

Systemlösungen und Weiterbildung für die industrielle Röntgentechnik

Der Fraunhofer-Geschäftsbereich Vision ist Ansprechpartner, wenn Röntgenprüftechnik in die Produktion integriert werden soll, und bringt aktuelle Entwicklungen aus der Bildverarbeitung in den industriellen Einsatz.

 

Individuelle Systemlösungen

Auf Anfrage vermittelt die Fraunhofer Vision Geschäftsstelle passgenaue Systementwicklungen an die Fachinstitute; auf Wunsch sind dabei auch Komplettlösungen möglich, die über die reine Bildverarbeitung hinaus sämtliche Handhabungskomponenten mit einschließen.

Weiterbildung und Fachliteratur

Damit Anwender die passende Systemauswahl treffen und Systeme sicher betreiben können, bündelt Fraunhofer Vision sein Fachwissen in gezielten Weiterbildungsformaten:

Seminar mit Praxisteil

Im Seminar »Industrielle Röntgentechnik« lernen Sie die technologischen Grundlagen sowie typische Anwendungen kennen und können unterschiedliche Röntgensysteme im Praktikum erproben.

Fachpublikation

Auf 114 Seiten gibt der Leitfaden zur industriellen Röntgentechnik (Band 23) einen Überblick über Technologien, Verfahren und Einsatzbereiche der industriellen Röntgentechnik.

Röntgentechnik bei Fraunhofer Vision

 

Seminar mit Praktikum

Seminar »Industrielle Röntgentechnik«

Erfahren Sie im Seminar mehr zum Einsatz von Röntgentechnik in der Qualitätssicherung!

 

Band 23

Neuauflage Leitfaden zur industriellen Röntgentechnik

Veröffentlichung: November 2024

Zerstörungsfreie Prüfung mit industrieller Röntgentechnik

Die Röntgentechnik gewinnt zunhmend an Bedeutung in der Qualitätssicherung, die mittlerweile zu einem unverzichtbaren Bestandteil des industriellen Produktionsprozesses geworden ist. Im Rahmen von Null-Fehler-Konzepten wird eine 100-Prozent-Inspektion in der Produktion angestrebt. Oft lässt eine visuelle Oberflächenprüfung jedoch keine ausreichenden Rückschlüsse auf die Qualität eines Werkstücks zu. Verdeckte Fehlstellen wie Lunker, Poren oder mangelhafte Fügeverbindungen sind äußerlich kaum erkennbar, können sich jedoch erheblich qualitätsmindernd und sicherheitskritisch auswirken.

Mit Hilfe zerstörungsfreier Prüfverfahren wie röntgenbasierten Inspektionsverfahren, können daher im Materialinneren verborgene Strukturen beliebig komplexer Objekte aus fast allen Werkstoffen mit hoher Genauigkeit zerstörungsfrei erfasst und charakterisiert werden. Durch das bildgebende Funktionsprinzip können viele bewährte Verfahren der klassischen Bildverarbeitung für eine automatische Fehlererkennung adaptiert werden.

Breites Anwendungsspektrum der Röntgentechnik

System/Skala Größe Prüfobjekt Kleinste Strukturen Beispiele
Nano-CT 100 µm – 10 mm 50 - 500 nm
Integrierte Schaltungen, mikromechanische Bauteile, biologische Proben, Batterien (Elektroden)
Sub-µ CT 0,5 - 50 mm
0,5 - 3 µm
Faserverbundwerkstoffe, Metallgefüge
Mikro-CT ca. 3 - 50 cm 3 - 50 µm Elektronikkomponenten, geologische Proben, Batterien (Zellen)
Makro-CT 10 - 100 cm 50 - 500 µm Räder, Motorblöcke, Maschinenteile
Hochenergie-CT 40 cm Querschnitt bis 3 m Länge Millimeterbereich kompakte, schwer zu durchstrahlende Objekte, wie kleine Proben aus hochdichten Materialien, Nickel-Basis-Legierungen, Motorblöcke aus Eisenguss
XXL-CT mehrere Meter bis zu 400 µm Großbauteile aus dem Flugzeug- oder Schiffbau, Frachtcontainer, Windkraftrotorblätter

Je nach Größe des Prüfobjekts und Anwendungsbereich kommen unterschiedliche Geräte und Anlagen zum Einsatz: Mobile Systeme, etwa CTportable, ermöglichen CT-Messungen an kleinen Proben direkt vor Ort, robotergestützte Computertomographie prüft große und komplex geformte Bauteile flexibel von allen Seiten, und XXL-Computertomographie erfasst selbst komplette Fahrzeuge oder Schiffscontainer vollständig dreidimensional.

Eine neue Systemgeneration namens GiantEye befindet sich derzeit im Aufbau und setzt dabei auf eine Gantry-Bauweise: Statt wie bisher üblich in einer Turmkonstruktion das Objekt vertikal abzutasten, rotieren Röntgenquelle und Detektor bei diesem Prinzip um das Objekt herum, sodass sich etwa Fahrzeuge künftig in ihrer natürlichen Straßenlage scannen lassen, was Handhabung und Sicherheit deutlich verbessert, unter anderem beim Umgang mit Hochvoltspeichern in Elektrofahrzeugen.

Ein bereits realisiertes Beispiel für dieses Funktionsprinzip ist das Gantry-CT-System »Gulliver«, das speziell für die Untersuchung von stahl- und faserbewehrtem Beton entwickelt wurde.

Modell Hochenergie-Computertomographieanlage GiantEye
© Fraunhofer EZRT
Modell der Untersuchung eines Elektrofahrzeugs in der Hochenergie-Computertomographieanlage GiantEye

Funktionsweise

Die Röntgentechnik nutzt die Eigenschaft von elektromagnetischer Strahlung, im Energiebereich zwischen 5 keV und 10 MeV feste (oder flüssige) Materialien durchdringen zu können und dabei in bekannter Art und Weise abgeschwächt zu werden.

Die physikalischen und technologischen Grundlagen der Röntgenbildgebung sind vertieft im Leitfaden zur industriellen Röntgentechnik (Band 23) beschrieben.

Der grundlegende Aufbau eines Röntgensystems folgt dabei immer demselben Prinzip: Eine Röntgenquelle erzeugt die Strahlung, die den Prüfling durchdringt und dabei je nach Material und Wandstärke unterschiedlich stark abgeschwächt wird; ein Detektor auf der gegenüberliegenden Seite fängt die verbleibende Strahlung auf und wandelt sie in ein auswertbares Bild um.

Bei der Auswahl eines geeigneten Detektors spielen technische Parameter wie die Strahlungsfestigkeit und die damit verbundene Dauerstabilität der Bildqualität, die Bildwiederholfrequenz sowie die Effizienz eine zentrale Rolle.

Gerade die Strahlungsfestigkeit wirkt sich unmittelbar auf die Praxistauglichkeit aus: Im Dauerbetrieb schädigt Röntgenstrahlung viele gängige Detektoren wie Bildverstärker, Flachbilddetektoren oder klassische Zeilenkameras nach kurzer Zeit irreversibel – erkennbar an Pixel- und Spaltendefekten, die einen Austausch nötig machen.

Strahlungsstabile, vom Fraunhofer IIS, Entwicklungszentrum Röntgentechnik in Fürth, entwickelte Detektoren wie der XEye-Baureihe umgehen dieses Problem und liefern auch nach Jahren im Dauerbetrieb konstant hohe Bildqualität.

Verfahren und Einsatzgebiete der industriellen Röntgentechnik

Bildverarbeitung - Qualitätsprüfung eines Gussteils
Qualitätsprüfung eines Gussteils

Digitale Radioskopie

Bei der Radioskopie emittiert eine Röntgenquelle Röntgenstrahlung, die Objekte durchdringen kann. Die Strahlung wird dabei in Abhängigkeit vom Material des Prüfobjekts (Dichte, Absorption) und der im Prüfobjekt zurückgelegten Wegstrecke, z. B. dessen Wandstärke, abgeschwächt. Auf der gegenüberliegenden Seite der Quelle sammelt ein Detektor die einfallende Strahlung ein und erzeugt ein Schattenbild; Defekte zeichnen sich durch eine im Vergleich zur direkten Umgebung unterschiedliche Absorption ab.

Aufgrund ihrer hohen Prüfgeschwindigkeit eignet sich die Radioskopie besonders für die Inline-Prüfung und bildet in der Praxis häufig die erste Prüfstufe: Bei auffälligen Befunden erfolgt anschließend eine Detailuntersuchung mittels 3D-Computertomographie.

Typische Anwendungsbereiche der digitalen Radioskopie sind unter anderem die Gussteil-, Schweißnaht-, Korrosions-, Bauwerks- und Elektronikprüfung sowie die Lebensmittelkontrolle.

3D-Computertomographie

Im Unterschied zur Radioskopie werden bei der 3D-Computertomographie mehrere Röntgenbilder desselben Objekts aus unterschiedlichen Richtungen, sogenannte Projektionen, erzeugt. Anders als bei CT-Geräten im medizinischen Bereich wird das Objekt bei industriellen CT-Systemen häufig auf einem Drehteller fixiert und zwischen Röntgenröhre und Detektor platziert; während der Rotation um die eigene Achse werden die Projektionen aufgenommen. Aus den Projektionen lässt sich ein vollständiges 3D-Volumenbild mit allen innenliegenden Strukturen rekonstruieren, das auch die Lagebestimmung von Defekten ermöglicht.

Darüber hinaus lässt sich Computertomographie als Messmittel einsetzen – als Alternative zur klassischen Koordinatenmesstechnik, für Rapid Prototyping und Reverse Engineering sowie als quantitatives Messinstrument für physikalische Materialeigenschaften. Auch die Mikrostruktur von Werkstoffen wie Metall- oder Keramikschäumen, Sintermaterial oder Beton lässt sich anhand der mit Röntgen-CT erzeugten Volumenbilder analysieren.

Partikelcharkterisierung in der 3D-Sauberkeitsanalyse
© Fraunhofer ITWM
Partikelcharakterisierung in der 3D-Sauberkeitsanalyse
SART-Rekonstruktion einer Grafikkarte
© Fraunhofer IZFP
SART-Rekonstruktion der CLARA-Laminographie einer Grafikkarte

(Computer-)Laminographie

Sind die zu prüfenden Objekte sehr groß, fest in Apparaten verbaut und/oder nicht von allen Seiten zugänglich, können laminographische Verfahren eingesetzt werden. Das Grundprinzip der Laminographie besteht darin, dass das flächige oder fest eingebaute Prüfobjekt unter verschiedenen Winkeln, aber grundsätzlich nur von einer Seite aus, durchstrahlt wird, wobei zwei der drei Komponenten Röntgenröhre, Objekt und Detektor koordiniert bewegt werden.

Eingesetzt wird die Computerlaminographie traditionell zur Untersuchung elektronischer Leiterplatten sowie zunehmend bei großflächigen Leichtbauteilen aus faserverstärkten Kunststoffen (CFK, GFK), etwa in Windkraft-, Automobil- oder Luftfahrtanwendungen. Damit eignet sich die Laminographie insbesondere für die schichtweise Untersuchung großer flächiger Bauteile aus den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Windkraft, Automobilbau sowie Elektronik.

Hochenergie-Computertomographie

Für besonders dichte oder großvolumige Prüfobjekte, die mit konventionellen Röntgenröhren nicht mehr ausreichend durchdrungen werden können, kommt die Hochenergie-Computertomographie zum Einsatz. Anstelle einer klassischen Röntgenröhre kommt dabei ein Linearbeschleuniger mit Röntgenenergien zwischen 6 und 9 MeV zum Einsatz, wodurch sich Materialstärken von etwa 20 cm Stahl oder 60 cm Aluminium durchdringen lassen. Dabei lassen sich auch Objekte aus mehreren Materialien unterschiedlicher Dichte relativ artefaktfrei abbilden.Damit eignet sich die Hochenergie-Computertomographie besonders für dichte Objekte wie Bauteile aus Platin- oder Nickelbasis-Legierungen ebenso wie für schwach absorbierende Objekte mit metallischen Einlegern, etwa Kohlefaserverbundwerkstoffe.

Eingesetzt wird die Hochenergie-Computertomographie unter anderem in der Betonforschung zur zerstörungsfreien Analyse von Rissstrukturen in stahl- oder faserbewehrtem Beton, in der Batterie- und Fahrzeugprüfung im Zuge der Elektromobilität sowie bei der Crashanalyse und der zerstörungsfreien Digitalisierung von Kulturgütern.

XXL-CT eines Frachtcontainers
© Fraunhofer EZRT
XXL-Computertomographie zur Untersuchung sehr großer Bauteile

XXL-Computertomographie

Für sehr große Objekte wie komplette Fahrzeuge kommt die XXL-Computertomographie in Turmbauweise zum Einsatz. Das Funktionsprinzip beruht vollständig auf der zeilenweisen Erfassung des Prüfobjekts aus zahlreichen Betrachtungswinkeln: Ein 9-MeV-Linearbeschleuniger und die Detektoreinheit werden dabei auf einem präzisen Manipulationssystem synchron vertikal verfahren, während sich das Objekt auf einem belastbaren Drehteller dreht. Durch die Reduzierung des Röntgenstrahls auf eine einzelne sensitive Detektorzeile ist das System weniger anfällig für Streustrahlung und erreicht dadurch auch bei sehr großen und massiven Objekten eine räumliche Detailerfassung von bis zu 400 µm. Im Vergleich zur Hochenergie-Computertomographie mit großflächigem Detektor steigt die Messzeit durch die zeilenweise Abtastung bei großvolumigen Prüfkörpern deutlich an, auf bis zu mehrere Tage. Objekte, die den Durchmesser des Drehtellers überschreiten, lassen sich in speziellen Rahmenkonstruktionen dennoch über ihre gesamte Länge erfassen, etwa stehend positionierte Elektrofahrzeuge.

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Häufig gestellte Fragen zur industriellen Röntgentechnik

  • Objekte aus (Leicht-)Metall, Keramik, Kunststoff oder Holz; Leichtbaukomponenten aus Verbundwerkstoffen und Werkstoffverbünden aus Luft- und Raumfahrt, Windkraft oder Automobilbau; elektronische Flachbaugruppen, Leiterplatten und Solarzellen; Metall- oder Keramikschäume, Sintermaterial und Beton; biologische, mineralogische und geologische Proben.

  • Je nach System reicht das Spektrum von Nano-CT (Prüfobjekte 100 µm–10 mm, Strukturauflösung 50–500 nm, z. B. integrierte Schaltungen oder biologische Proben) über Sub-µ-, Mikro-, Makro- und Hochenergie-CT bis zur XXL-CT (mehrere Meter große Objekte wie Flugzeug- oder Schiffbauteile, Frachtcontainer oder Windkraftrotorblätter, Auflösung bis zu 400 µm).

  • Bei der Radioskopie durchdringt Röntgenstrahlung ein Objekt; ein Detektor erzeugt daraus ein zweidimensionales Schattenbild, in dem sich Defekte durch abweichende Absorption zeigen. Aufgrund ihrer Geschwindigkeit eignet sie sich besonders für die Inline-Prüfung.

  • Bei der 3D-Computertomographie werden mehrere Röntgenprojektionen eines Objekts aus unterschiedlichen Richtungen aufgenommen und zu einem vollständigen 3D-Volumenbild mit allen innenliegenden Strukturen rekonstruiert.

  • Die Laminographie durchstrahlt große oder fest verbaute, flächige Prüfobjekte aus verschiedenen Winkeln, aber nur von einer Seite aus, und liefert so schichtweise Bilder eines bestimmten Ebenenbereichs, etwa für Leiterplatten oder großflächige CFK-Bauteile.

  • Das zweitägige Präsenzseminar mit Praktikum »Industrielle Röntgentechnik« kostet 1.480 Euro (umsatzsteuerbefreit nach UStG).

  • Möglich wird das durch ISAR, eine am Fraunhofer IIS, Entwicklungszentrum Röntgentechnik, entwickelte Lösung, die Röntgenbilder vollautomatisch auswertet, Defekte automatisch erkennt und die Ergebnisse in Echtzeit an die Produktion zurückmeldet. Systeme zum Produktionsmonitoring gehen noch einen Schritt weiter: Sie speisen die gewonnenen Daten direkt in die Steuerung des Herstellungsprozesses ein, um kritische Fehler von vornherein zu vermeiden statt sie nur nachträglich zu erkennen.

  • Möglich wird das durch robotergestützte Computertomographie (RoboCT): Zwei oder mehrere Industrieroboter bewegen dabei Röntgenröhre und Detektor flexibel um das Bauteil. Eingesetzt wird das vor allem im Fahrzeug- und Flugzeugbau, etwa zur Prüfung von Fügeverbindungen oder von Materialfehlern in Faserverbundbauteilen.

  • Ja, es gibt auch mobile Lösungen. Das am Fraunhofer IIS, Entwicklungszentrum Röntgentechnik, entwickelte CTportable ist derzeit einer der kleinsten tragbaren Computertomographen weltweit und lässt sich dank geringem Gewicht und kompakter Bauweise an wechselnden oder bislang undenkbaren Standorten einsetzen. Geeignet ist er für kleine, maximal tennisballgroße Proben aus schwach absorbierenden Materialien wie Kunststoffen oder Leichtmetallen, aber auch für Elektronikkleinteile, biologische oder geologische Proben sowie medizinische Hilfsmittel.

  • Das Spektrum reicht von Nano-CT für Strukturen im Nanometerbereich bis zur Hochenergie- bzw. XXL-Computertomographie, die auch sehr große Objekte wie komplette Fahrzeuge, Frachtcontainer oder Flugzeugteile bei hoher Auflösung dreidimensional erfasst. Eine neue Systemgeneration namens GiantEye befindet sich derzeit im Aufbau und setzt dabei einen neuen Maßstab: Fahrzeuge lassen sich künftig in ihrer natürlichen Straßenlage scannen, statt aufwendig hochkant positioniert werden zu müssen.

  • Im Dauerbetrieb schädigt Röntgenstrahlung viele gängige Detektoren nach kurzer Zeit irreversibel – erkennbar an Pixel- und Spaltendefekten, die einen Austausch nötig machen. Strahlungsstabile, am Fraunhofer IIS, Entwicklungszentrum Röntgentechnik, entwickelte Detektoren wie die XEye-Baureihe umgehen dieses Problem und liefern auch nach Jahren im 24/7-Betrieb konstant hohe Bildqualität, ohne dass eine Nachjustierung nötig wird. Je nach Anforderung sind dabei auch maßgeschneiderte Lösungen möglich, etwa bei Aufnahmefläche, Pixelgröße oder Bildwiederholrate.

    XEye-Produktreihe XEye 5040
    © Fraunhofer EZRT
    Der neueste Ableger der XEye-Produktreihe XEye 5040 zeichnet sich durch eine große Detektorfläche und gleichzeitig hohe Auflösung aus
  • Eine besonders wichtige Rolle spielt die Röntgenprüfung in der Automobil- und der Luft- und Raumfahrtindustrie sowie zunehmend im Verteidigungs- und Sicherheitssektor, etwa bei der Durchstrahlungsprüfung von Frachtcontainern oder bei militärischen Wirkmitteln. Weitere wichtige Einsatzfelder sind der Maschinen- und Anlagenbau, die Elektronikindustrie, Gießereien und Metallverarbeitung sowie die Lebensmittelindustrie. Darüber hinaus wird die Technologie unter anderem im Bauwesen, in der Energiebranche, der Medizintechnik sowie in Forschung und Kulturgüterschutz eingesetzt.

Realisierte Projekte zur Röntgentechnik