Optische 3D-Messtechnik

Messen und Prüfen mit optischer Messtechnik

Das Wichtigste in Kürze: Die optische 3D-Messtechnik dient der berührungslosen Überprüfung geometrischer Abmessungen von Bauteilen und beschleunigt damit die Qualitätssicherung in der Produktion gegenüber taktilen Messverfahren erheblich. Der Fraunhofer-Geschäftsbereich Vision unterstützt Unternehmen dabei als erste Anlaufstelle für Systemlösungen und Weiterbildung.

 

Was ist optische 3D-Messtechnik?

Die optische 3D Messtechnik dient zur Überprüfung der Einhaltung von geometrischen Abmessungen (Maß, Form und Lage) von Bauteilen. In vielen Anwendungen kann die optische Messtechnik mittlerweile die bisherigen taktilen Messungen mit mechanischen Lehren oder Koordinatenmessmaschinen ersetzen. Taktile Messungen sind sehr zeitaufwendig, während die berührungslose 3D Messung mittels optischer 3D-Messtechnik die Messgeschwindigkeit um das 10- bis 1000-fache beschleunigt. Zudem ist diese Technologie auch gut automatisierbar, wodurch sich in geeigneten Fällen Null-Fehler-Konzepte im Produktionstakt umsetzen lassen.

 

Systemlösungen und Weiterbildung mit Fraunhofer Vision

Die Geschäftsstelle des Fraunhofer-Geschäftsbereichs Vision fungiert als erste Anlaufstelle für potenzielle Anwender und Interessenten, die optische 3D-Messtechnik in ihre Produktionsprozesse integrieren möchten. Ziel ist es, aktuelle technologische Entwicklungen der optischen Mess- und Prüftechnik für den Einsatz unter industriellen Bedingungen nutzbar zu machen.

 

Projektvermittlung und Systemlösungen

Bei Bedarf koordinieren und vermitteln wir die Entwicklung passgenauer Systemlösungen durch die Fraunhofer Vision-Institute. Auf Wunsch können dabei Komplettlösungen realisiert werden, die neben der eigentlichen Messtechnik auch alle notwendigen Handhabungskomponenten umfassen.

 

Weiterbildungsangebote und Fachliteratur

Um Anwendern das nötige Wissen für die Systemauswahl und den Betrieb zu vermitteln, bietet Fraunhofer Vision spezifische Weiterbildungsangebote an und stellt themenspezifische Fachpublikationen zur Verfügung.

Praxis-Seminar

In unserem Seminar »Optische 3D-Messtechnik« lernen Sie die Grundlagen und Methoden der optischen 3D-Messtechnik kennen und können unterschiedliche 3D-Messsysteme im Praktikum erproben – in geeigneten Fällen auch anhand eigener Proben.

Publikationen

Der Leitfaden zur optischen 3D-Messtechnik (Band 21) stellt den aktuellen Stand der Technik im Bereich der optischen 3D-Messtechnik dar. Die Vorgängerauflage (Band 14, 2014) steht weiterhin nach Anmeldung für den Newsletter zum kostenlosen Download bereit.

Optische 3D-Messtechnik bei Fraunhofer Vision

 

Seminar mit Praktikum

Seminar »optische 3D-Messtechnik«

Erfahren Sie mehr zum 3D-Messtechnik-Seminar!

 

Leitfadenreihe

Leitfaden zur optischen 3D-Messtechnik

Als Printversion erhältlich

Verfahren und Einsatzgebiete der optischen 3D-Messtechnik

 

Die optische 3D-Messtechnik kommt in der Qualitätssicherung industrieller Fertigungsprozesse, in der Prozesssteuerung durch direkte Rückkopplung der Messergebnisse sowie bei der Anwesenheits- und Vollständigkeitsprüfung, der Positions- und Lageerkennung und im Reverse Engineering zum Einsatz. Eingesetzt wird sie unter anderem in der Automobil- und Zulieferindustrie, der Luftfahrt, im Guss- und Kunststoffbereich, im Maschinen- sowie Werkzeug- und Formenbau, in der Glas- und Keramikindustrie, in der Medizintechnik und im Rapid Prototyping aber auch in der Kriminalistik zur Spurensicherung und in der Archäologie. Je nach Anwendungsspektrum werden die Möglichkeiten der optischen 3D-Messtechnik zudem durch Technologien wie die Röntgen-Computertomographie erweitert.

 

Anwendungsbeispiele aus der Praxis

 

 

Verfahren der optischen 3D-Messung im Überblick

Die gängigsten Verfahren der optischen 3D-Messung sind etwa Muster- und Streifenprojektion, Lichtschnitt, Photogrammetrie, Lichtlaufzeit, Weißlichtinterferometrie, konfokale Messtechnik, Fokus-Variation und 3D-Laserscanning. Viele dieser Verfahren eignen sich dabei für eine Vielzahl von Oberflächen. Die konfokale Messtechnik etwa ist weitgehend unabhängig von den Oberflächeneigenschaften des Prüflings und kann dadurch inlinefähig sowohl metallische oder verchromte als auch spritzgegossene Kunststoffbauteile geometrisch vermessen. Die industrielle Qualitätssicherung der Zukunft erfordert zudem fertigungsintegrierte Mess- und Prüftechnik, die ihre Informationen in Echtzeit bereitstellt. Der industriellen Bildverarbeitung kommt damit als Enabler-Technologie und Wegbereiter für Industrie 4.0 eine Schlüsselrolle zu.

 

Null-Fehler-Produktion durch optische 3D-Technik

Hohe Qualität, Flexibilität und niedrige Kosten gehören in der modernen Produktion zum Anforderungskatalog. Berührungslose Mess- und Prüftechnik kommt deshalb zunehmend direkt in der Fertigungslinie zum Einsatz und überwacht qualitätsbestimmende Schritte möglichst frühzeitig, umfassend und taktgebunden. Das vermeidet teure Ausschusskosten, weil fehlerhafte Bauteile im Sinne einer Null-Fehler-Produktion erst gar nicht produziert werden. Bei der geometrischen Qualitätsprüfung von Nietverbindungen an Flugzeugrumpfschalen oder von Aluminiumrädern im Fertigungstakt übernimmt diese Aufgabe beispielsweise das Lichtschnittverfahren.

 

100-Prozent-Qualitätsprüfung im Produktionstakt

Effektive, verschwendungsarme Abläufe, hohe Produkt- und Prozessqualität sowie kontinuierlich sinkende Herstellkosten gehören zu den zentralen Zielen moderner Fertigung. Die digitale Mehrwellenlängen-Holographie – etwa im 3D-Inline-Inspektionssystem HoloTop – ermöglicht hochpräzise Inline-Messungen im Produktionstakt, unter anderem für die 100-Prozent-Qualitätsprüfung von Druckgussteilen auf Entgratungs- und Verrundungsfehler.

 

Arbeitssicherheit und Automatisierung durch 3D-Sensorik

Die Anwendung der optischen 3D-Messtechnik beschränkt sich nicht auf die Prüfung von Bauteilen im Rahmen der Qualitätssicherung. Beispielsweise erfassen LiDAR-Sensoren mithilfe ausgesendeter Laserstrahlen ihre Umgebung und erzeugen daraus ein präzises, dreidimensionales Abbild des Raums, etwa zur Arbeitsraumüberwachung und Kranassistenz in der Industrie sowie beim autonomen Fahren und in der Robotik.

Mehr Informationen von Fraunhofer Vision

 

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Funktionsweise der optischen 3D-Messtechnik

 

Optische Sensorsysteme für die 3D-Messung bestehen in der Regel aus einer Lichtquelle (Sender), die das Prüfobjekt mit einem speziellen, a priori bekannten Lichtsignal beaufschlagt, und einer das Lichtsignal aufzeichnenden Empfangseinheit (Empfänger). Durch das Objekt wird hierbei die Amplitude, Phase, Polarisation oder Richtung des optischen Signals in bekannter Art und Weise geändert und als Messgröße genutzt. Durch die Auswertung dieser Änderungen kann dann je nach Messprinzip auf die 3D-Information bzw. Oberflächenstruktur des Objekts rückgeschlossen werden.

Nach der Digitalisierung eines Bauteils erfordert der Nachweis der Maßhaltigkeit Methoden und Algorithmen zur Auswertung der 3D-Daten, um Maß-, Form- und Lageabweichungen zu bestimmen, etwa durch den Vergleich der Messdaten mit einer CAD-Referenz. Für die fertigungsintegrierte, automatisierte Auswertung wurde dafür beispielsweise das 3D-Messdatenverarbeitungspaket OptoInspect 3D entwickelt.

Häufig gestellte Fragen zur optischen 3D-Messtechnik

Realisierte Projekte zur optischen 3D-Messtechnik