Oberflächeninspektion mit Bildverarbeitung

Inspektion und Charakterisierung von Oberflächen mit Bildverarbeitung

Das Wichtigste in Kürze: Die Oberflächeninspektion mit Bildverarbeitung dient der Überprüfung von Oberflächen auf Fehlstellen, Unregelmäßigkeiten oder Abweichungen und ist damit entscheidend für die Qualitätssicherung in der Produktion. Der Fraunhofer-Geschäftsbereich Vision unterstützt Unternehmen dabei als erste Anlaufstelle für Systemlösungen und Weiterbildung.

 

Was ist Oberflächeninspektion?

Die Oberflächeninspektion ist ein Verfahren zur Überprüfung von Oberflächen auf Fehlstellen, Unregelmäßigkeiten oder Abweichungen. Diese Inspektion ist entscheidend für die Qualitätssicherung in der Produktion.

Hohe Prüfgeschwindigkeit verbindet sich dabei mit objektivierbarer und gleichbleibender Zuverlässigkeit, die mit anderen Methoden der Qualitätskontrolle kaum zu erreichen ist. Geprüft werden können dabei Eigenschaften wie Farbe, Textur, Verschmutzungen oder Beschichtungsfehler – je nach Anwendung mit unterschiedlichen optischen Verfahren.

 

Systemlösungen und Weiterbildung mit Fraunhofer Vision

Der Fraunhofer-Geschäftsbereich Vision fungiert als erste Anlaufstelle für Neukunden und Anwender, die optische Prüftechnik in ihre Produktionsprozesse integrieren möchten. Unser Ziel ist es, aktuelle technologische Entwicklungen der Bildverarbeitung für den Einsatz unter industriellen Bedingungen nutzbar zu machen.

 

Projektvermittlung und Systemlösungen

Bei Bedarf koordinieren und vermitteln wir die Entwicklung passgenauer Systemlösungen durch unsere Fachinstitute. Auf Wunsch können dabei Komplettlösungen realisiert werden, die neben der eigentlichen Bildverarbeitung auch alle notwendigen Handhabungskomponenten umfassen.

 

Weiterbildungsangebote und Fachliteratur

Um Anwendern das nötige Wissen für die Systemauswahl und den Betrieb zu vermitteln, bündeln wir unsere Expertise in spezifischen Weiterbildungsangeboten:

Praxis-Seminar:

In unserem Seminar »Oberflächeninspektion« lernen Sie die technologischen Grundlagen kennen und können unterschiedliche Prüfsysteme im Praktikum erproben – in geeigneten Fällen auch anhand eigener Proben.

Publikationen:

Der Leitfaden zur Inspektion von Oberflächen (Band 16) gibt einen praxisorientierten Überblick über Möglichkeiten und Grenzen der Oberflächenprüfung im industriellen Einsatz – mit Anwendungsbeispielen von der Lederinspektion bis zur Prüfung von Turbinenteilen und Gussteilen.

Oberflächeninspektion bei Fraunhofer Vision

 

Seminar mit Praktikum

Seminar »Oberflächeninspektion«

Erfahren Sie mehr zum Oberflächeninspektions-Seminar!

 

Leitfadenreihe

Leitfaden zur Oberflächeninspektion

Als Printversion erhältlich

Einsatzgebiete und Verfahren im Überblick

 

Typische Einsatzgebiete der optischen Oberflächeninspektion umfassen die Detektion von Anomalien, Fehlstellen, Abweichungen und Verunreinigungen. Ebenso dient die Technologie der präzisen Analyse von Farbe, Texturen, Rauheiten sowie Oberflächentopographien.

Da die Komplexität industrieller Prüfobjekte und ihrer Oberflächen stetig zunimmt, erfordert jede Aufgabenstellung eine spezifische technologische Herangehensweise. Für die Lösung dieser Prüfaufgaben hat sich in der Praxis ein breites Spektrum an optischen Verfahren etabliert:

Die Inspektion erfolgt dabei unter anderem durch die klassische Bildverarbeitung von Grauwert- oder Farbbildern in Hell- oder Dunkelfeldbeleuchtung. Zur flächenhaften Erfassung und Auswertung der geometrischen Beschaffenheit kommen außerdem unterschiedliche Methoden der 3D-Vermessung zum Einsatz – etwa das Photometrische Stereo oder die Deflektometrie, die sich zur Inspektion (teil-)spiegelnder Oberflächen eignet. Auch die Ellipsometrie zur Inline-Prüfung gekrümmter Oberflächen zählt zu den eingesetzten Verfahren.
Für die Charakterisierung von Mikro- und Nanostrukturen eignen sich unter anderem das Streulichtverfahren, die Fokus-Variation, die Weißlichtinterferometrie und die konfokale Mikroskopie. Die Weißlichtinterferometrie eignet sich darüber hinaus zur Messung von Ebenheiten, Höhenabständen und Parallelitäten technischer Oberflächen. Die Fokus-Variation ermöglicht zudem eine kombinierte Rauheits- und Koordinatenmessung der Oberflächentopographie und wird unter anderem in der EN ISO Norm 25178 als Methode zur flächenhaften Rauheitsmessung beschrieben. Ergänzt wird das Verfahrensspektrum durch die Spektroskopie.

 

Anwendungsbeispiele aus der Praxis

Die optische Oberflächeninspektion kommt branchenübergreifend in einer Vielzahl von Anwendungen zum Einsatz, wie die folgenden Beispiele zeigen:

  • Inspektion von Kfz-Rädern (Kratzer, Abplatzer)
  • Inspektion von Deckenplatten
  • Inspektion von Bohrungen
  • Inspektion von Gehäusen hydraulischer Drehmomentwandler
  • Inspektion von Holzplatten
  • Inspektion von Stoßfängern (Kratzer, Dellen..)
  • Inspektion von Leder (Kuhhäute, hinsichtlich Fehlern, Unregelmäßigkeiten, Abweichungen…)
  • Inspektion von Schüttgütern wie Kunststoffgranulat, Tabak, Tee, Kräuter, Trockengemüse, Trauben, Glasscherben, Mineralien
  • Detektion von Einschlüssen und Luftblasen
  • Sichtprüfung von Blistern für Dragees und Tabletten
  • Prüfung gekrümmter Oberflächen im Durchlauf
  • Oberflächenprüfung von Drähten, Rohren und Stangen

 

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Technologische Grundlagen: So funktioniert die optische Oberflächenprüfung

 

Die Basis jeder automatisierten Inspektion bildet das präzise Zusammenspiel aus Sensorik, Beleuchtung und der anschließenden Bilddatenauswertung. Da die physikalischen Eigenschaften industrieller Prüfobjekte stark variieren, muss der optische Systemaufbau für jede Anwendung individuell konzipiert werden.

Funktionsweise der Oberflächeninspektion

Die Oberflächeninspektion erfolgt, indem vereinfacht ausgedrückt der Prüfling unter einer Kamera positioniert und geeignet beleuchtet wird. Die Kamera nimmt die gewünschten Größen oder Eigenschaften des Prüflings auf (»Bildaufnahme«) und im Prozess der »Bilddatenauswertung« werden die gewonnenen Sensordaten ausgewertet und entsprechend dargestellt.

Der jeweilige Systemaufbau hängt im Bereich der Oberflächeninspektion stark von den Eigenschaften der Prüfobjekte ab. Je nachdem, ob das Bauteil eben, gekrümmt, stark glänzend, usw. ist, muss ein entsprechender Systemaufbau gewählt werden, wobei insbesondere auch der geeigneten Beleuchtung große Bedeutung zukommt.

Methoden der Oberflächeninspektion

Für die optische Prüfung von Oberflächen können zum einen mit schnellen 2D-Verfahren zweidimensional ausgeprägte Fehler identifiziert werden wie z. B. Verschmutzungen, Verfärbungen, Glanzgrad. Auch dreidimensional ausgeprägte Fehler können unter Verlust ihrer Höhen- oder Tiefencharakteristik untersucht werden, solange sie sich kontrastreich darstellen lassen.

Daneben ist mit 3D-Verfahren die flächenhafte Erfassung der geometrischen (»dreidimensionalen«) Beschaffenheit von Oberflächen und deren Auswertung möglich, einschließlich der Charakterisierung dreidimensionaler Fehler, zunehmend bis in den Nanometerbereich.

Die Eigenschaften und Materialien der zu prüfenden Oberflächen nehmen ständig zu. So können heute farbige, gemusterte, transparente, reflektierende, teilspiegelnde und vollständig spiegelnde Oberflächen mit industrieller Bildverarbeitung geprüft werden.

Häufig gestellte Fragen zur Oberflächeninspektion

Realisierte Projekte zur Oberflächeninspektion