Inspektion von Leder

Leitfaden zur Inspektion und Charakterisierung von Oberflächen mit Bildverarbeitung
(Fraunhofer Vision Leitfaden-Reihe Band 16)

Beitrag 16: Inspektion von Leder

Autoren: Mark Maasland, Markus Rauhut, Ronald Rösch, Henrike Stephani, Fraunhofer ITWM

 

 

automatische Fehlererkennung
© Fraunhofer ITWM

automatische Fehlererkennung in der Qualitätskontrolle

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Hochqualitative Erzeugnisse müssen nicht nur vielen funktionsrelevanten Materialanforderungen genügen, sondern auch hervorragende optische Eigenschaften aufweisen. Diese Anforderungen gelten für Leder in besonderem Maße, da Leder meist für visuell ansprechende Produkte eingesetzt wird (z. B. Polstermöbel, Autositze, Lenkräder). Weil Leder ein Naturprodukt ist, sind mögliche qualitätsmindernde Eigenschaften (sogenannte »Oberflächenfehler«) vielfältig und kaum vermeidbar.

Die tierische Haut als Rohstoffgrundlage des Gerbers kann Rohhautfehler wie Hautkrankheiten, Fehler beim Abzug der Haut (Schlachtschäden) und Konservierungsschäden aufweisen. Außerdem können haltungs- oder transportbedingte Beschädigungen den Materialwert mindern. Lederhäute, die solche Beschädigungen aufweisen, sind für die Herstellung hochwertiger Ledererzeugnisse nur begrenzt verwendbar und können keinesfalls zur Erzeugung der qualitativ hochwertigsten Produkte eingesetzt werden. Aus diesem Grund wird bei der Lederherstellung entlang der Wertschöpfungskette mehrfach eine Qualitätskontrolle durchgeführt. Diese Oberflächenprüfung ist sehr anspruchsvoll und findet meist als manuelle 100-Prozent-Sichtkontrolle statt. Ziel hierbei ist die korrekte Erfassung der Außenkontur bzw. der nutzbaren Fläche sowie die richtige Zuordnung der einzelnen Häute zu den entsprechenden Produktionspartien.

In der Regel erfolgt nach dem Gerben, Einfärben und Prägen der Haut eine weitere Kontrolle, da in diesem Produktionsschritt weitere Defekte entstehen oder zutage gefördert werden können. Als Grundlage für einen optimalen Zuschnitt müssen in dieser Prozessstufe alle Fehler im Detail mit genauer Position erfasst werden. Nach dem Zuschnitt ist zum Teil nochmals eine Kontrolle vorgesehen, jedoch in jedem Fall am Endprodukt, wie z. B. am lederverkleideten Lenkrad.

Am Fraunhofer ITWM wurden Softwaremodule entwickelt, die in Verbindung mit geeigneter Hardware die Qualitätskontrolle entlang der Wertschöpfungskette unterstützen bzw. vollständig automatisieren können. Es sind Module entstanden zur Konturerfassung, zur Erkennung von Markierungen sowie zur Detektion und Klassifikation von Fehlern.

Den vollständigen Beitrag können Sie im »Leitfaden zur Inspektion und Charakterisierung von Oberflächen mit Bildverarbeitung« nachlesen.