Kabelloses Hohlkörper-Prüfsystem (Hollow Object Inside Testing System HOBITS)

Inspektion von ausgedehnten Hohlköpern

Die lückenlose Prüfung der Innenseite von räumlich lang ausgedehnten Hohlkörpern wie extrudierten Rohren stellt aufgrund der erschwerten Zugänglichkeit eine prüftechnische Herausforderung dar. Die derzeit etablierten Ansätze arbeiten entweder von der Außenseite des Prüflings oder mithilfe von Prüflanzen bzw. Molchsystemen, die die Innenseite direkt erreichen können.

Die Prüfung von außen ist beschränkt auf Prüfverfahren, die das Material des Prüflings in ausreichendem Maße durchdringen können, um Volumeninformationen zu liefern. Die beiden letzteren Methoden sind durch Randbedingungen wie Kabel- und Lanzenlänge, Batterielaufzeit, aber auch durch den generell höheren apparativen, zeitlichen und handhabungstechnischen Aufwand in ihrer Anwendbarkeit eingeschränkt.

Beispielsweise ist die optische Kontrolle der Innenseite eines extrudierten Rohrs unmittelbar hinter dem Extruder mit etablierten Verfahren nicht möglich, da das Material unter Umständen nicht ausreichend von Licht durchdrungen werden kann. Zudem liegt direkt am Extruder das Rohr noch nicht in Form von Segmenten vor, sodass eine Lanzen- oder Molchprüfung ausgeschlossen ist.

Hobits Prüfsystem
© Fraunhofer IZFP
HOBITS Kabelloses Hohlkörper-Prüfsystem

Kontinuierliche Innenprüfung von nichtmagnetischen und nichtleitenden Hohlkörpern

Mittels HOBITS, einem neuartigen, am Fraunhofer-Institut für zerstörungsfreie Prüfverfahren IZFP, Saarbrücken, entwickelten, frei schwebenden Sensorträger wird erstmals die kontinuierliche Innenprüfung von nichtmagnetischen und nichtleitenden Hohlkörpern ermöglicht. Das System nutzt eine magnetische Lagerung zur autonomen, schwebenden Positionierung im Prüfling und arbeitet kontinuierlich bei kabel- und berührungsloser Versorgung.

Bestückt mit einer LED-Lichtquelle und einer Kamera kann der Sensorträger fortlaufend Aufnahmen aus dem Inneren des Prüflings liefern. Das extrudierte Produkt, z. B. ein Rohr oder ein Schlauch, wird, ohne aus dem Produktionsprozess genommen werden zu müssen, über den Sensor transportiert. Eine lückenlose Qualitätssicherung ohne Unterbrechung des Produktionsprozesses ist somit gewährleistet.

Auch bei bereits segmentierten Rohren bietet die neuartige Technik erhebliche Vorteile im Fertigungsprozess, da der Prüfling nicht wie in der konventionellen Prüfung mittels Lanzen oder Endoskopen aus dem Fertigungsprozess genommen werden muss, sondern einfach im »Vorbeifahren« geprüft werden kann. Neben der derzeit realisierten optischen Prüfung sind weitere Prüfmethoden wie Thermographie oder Ultraschall adaptierbar.

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Contact Press / Media

M.Sc. Philipp Stopp

Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren IZFP
Campus E3 1
66123 Saarbrücken

Telefon +49 681 9302-3953

Contact Press / Media

M.Sc. Hendrik Theado

Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren IZFP
Campus E3 1
66123 Saarbrücken

Telefon +49 681 9302-3859